stark.stärker.WIR

Prävention an Schulen in Baden-Württemberg

Autor: Fr. Sickinger

Nachhaltige Präventionsarbeit im Bereich der Gesundheits-, Sucht- und Gewaltprävention im Sinne einer Lebenshilfe mit dem Aufbau eines festen persönlichen Wertgefüges ist wichtig für die Ausbildung der eigenen Identität und seelischen Stabilität.
Unsere Schule baut seit vielen Jahren auf die Aufklärung, Information und Bewusstmachung, um die Basis zu liefern für den Aufbau von lebensbejahenden Einstellungen und Verhaltensweisen.
Seit dem Schuljahr 2015/16 dürfen wir nun auch das offizielles Siegel stark.stärker.WIR. tragen.
Ein Siegel für Schulen, welche Präventionsmaßnahmen auf den drei sozialen Ebenen Schule, Klasse und Individuum verankern und dabei Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter sowie Eltern und außerschulische Partner einbeziehen.
Im Fachunterricht wie z.B. Religion, NWA, Biologie und Sport wird auf Wissenserwerb geachtet. Im Klassenrat und während der Projekttage wird den Jugendlichen ein emotionaler und kognitiver Zugang zu allem Schönen und Erstrebenswerten dieser Welt vermittelt, ohne dabei die Realität zu verleugnen.
  • Eine Streitschlichter-, Schüler- und Sportmentoren Ausbildung wird durch Lehrer der Schule angeboten.
  • Die Schulsozialarbeiter des Schulzentrums führen in Klasse 5 in den Klassenrat ein und bearbeiten Themen zur Mediennutzung- und Medienverhalten.
  • Stärken stärken, über sich hinauswachsen und anderen helfen, erleben die Jugendlichen bei unseren erlebnispädagogisch ausgerichteten Klassenfahrten in den Stufen 5 und 7.
  • Im Rahmen der Sucht- und Gewaltprävention besucht die Wilde Bühne aus Stuttgart mit ihrem Forumtheater die Jugendlichen der Stufe 6 und 7.
  • Die Polizei gibt in Klasse 6 und 8 Einblick in die Sucht- und Gewaltprävention.
  • Eine Ausbildung zum Barkeeper für antialkoholische Getränke können die Schülerinnen und Schüler in Klasse 8 in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring absolvieren.
  • SNAKE (Stress nicht als Katastrophe erleben), ein 16stündiger Kurs Ende Klasse 8, bereitet die Jugendliche auf ihre Prüfungszeit vor.
  • Die Abschlussklassen im Fach Religion setzen sich zusammen mit Beraterinnen des Lebenshilfevereins Tübingen und Youth-Life-Line mit dem Thema Suizid auseinander.

wilde Bühne Klasse 7, am 23.10.2018

Autor: Fr. Sickinger

Sucht geht mich nichts an! – Ich nehme doch keine Drogen!

Doch, das geht mich etwas an, stellten die Klassenstufen 6 und 7 an diesem Dienstagmorgen schnell fest.
Jedes Jahr vor den Herbstferien beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler dieser beiden Stufen im Rahmen der schulischen Prävention einen Tag lang mit dem Thema Sucht.
Sucht kommt ursprünglich von dem Wort „siehchen“ was so viel bedeutet wie „krank machend”. Aber es bedeutet auch immer so etwas wie „Sehnsucht”, nämlich nach dem Bedürfnis von Harmonie, Liebe, Geborgenheit oder Körperkontakt.
In den ersten beiden Stunden des Tages wurde das Thema im Klassenverband mit dem Klassenlehrer aufbereitet. Es wurde den Fragen nachgegangen, welche Süchte es überhaupt gibt, wie Sucht definiert wird und wann Suchtverhalten beginnt.
Hierzu lernten die Schüler der Stufe 7 den Begriff der Suchtspirale kennen und konnten anhand der Geschichte von „Max” miterleben, wie „man” schnell in einen schwer überwindbaren Kreislauf gerät. In der Stufe 6 brachten die Jugendlichen hierzu Karten in die richtige Reihenfolge: die Schüler erkannten, dass einem Experimentierverhalten ein häufiger Gebrauch folgen kann, der wiederum in einen schädlichen Gebrauch übergeht und in Abängigkeitssyndromen endet. Handlungsorientiert ging es danach in dieser Stufe weiter mit dem Suchtsack.
Zu guter Letzt wurden die Jugendlichen zum Thema Jugendschutz informiert. Ab welchem Alter ist rauchen erlaubt, wann darf ich welchen Alkohol trinken?
Dann wurde es spannend.
Nach der Pause lernten die Jugendlichen die eingeladenen Schauspieler der „Wilden Bühne” aus Stuttgart kennen. Diese kamen zunächst einmal in jede Klasse zum Aufwärmen. Anschließend präsentierten sie ihr Mitmachtheater in einer 2-stündigen Vorstellung in der Aula vor den Jugendlichen.
Das erste Stück „Die Kartoffelkrise im Schullandheim” handelte von Cannabiskonsum, was nehme ich „aus Freundschaft” selbst in Kauf und wie verhalte ich mich, wenn Freunde kiffen. Drei Schüler unserer Schule versuchten sich anschließend selber als Schauspieler in dem Stück: Fridolin alias Firat aus der Klasse 6a versuchte aus der prekären Situation heraus zu kommen, indem er seine kiffenden Freude einfach auf der Bühne stehen ließ. Xxxx hatte die Idee den Joint einfach seinen Kumpels zu entreißen und zu zertreten um keine Schwierigkeiten zu bekommen. Die dritte Idee, von seinen Freunden zu verlangen, dass sie die Wahrheit gegenüber der Lehrerin vorbringen sollten wurde durch xxx präsentiert.
Allen Schülern wurde ein kräftiger Applaus für ihren Spielmut gegeben.
Das zweite Stück „Manuela und Kai” hatte Sucht – echte Freundschaft, Alkoholismus ist eine Krankheit, Wo kann ich Hilfe holen? zum Thema. Nachdem das Stück durch die Schauspieler, alles ehemalige Abhängige präsentiert worden war, konnten sich auch hier wieder die Jugendlichen selber als Schauspieler mit ihren Ideen ausprobieren.
Nicht einfach hatten es xxx, yyy und zzz aber, ihre guten Absichten beim Schuspiel durchzusetzen.
Insbesondere gefiel den Kindern der Merian Schule, dass die eingeladenen Akteure von sich und „ihrer Suchtkarriere” erzählten und ehrlich und offen mit den Jugendlichen darüber an diesem Morgen sprachen.

Einen ganz besonderen Dank gilt der Gemeinde Dusslingen, die sich mit 250€, die Schulsozialarbeit der Merian Gemeinschaftsschule mit 150€ sowie der Polizei, die sich auch jährlich mit 200€ an der Finanzierung des Theaterstückes beteiligt. Nur so und mit einem Eigenanteil von 4€ können die Schüler der Merian Gemeinschaftsschule in den Stufen 6 und 7 in den Genuss dieser eindrücklichen Erlebnisse kommen.

Vielen Dank allen Beteiligten.